Samstag, 25. April 2015

Heilkunde nach Hahnemann – Potenzwahl

 

Homöopathie nach Hahnemann – Hypothese zur Potenzwahl/-wirkung



Es ist kaum etwas so umstritten, wie die Wirkung der potenzierten Arzneien – nicht verdünnten. Die zaghaften Versuche mittels Physik und Chemie, mittels Experimenten und Messungen mussten schon daran scheitern, dass gar nicht klar war, in welchen Bereichen nach was gesucht werden soll. Reine Analysen von Inhaltsstoffen (wie denn gemessen?) gehen an der Sache genauso vorbei wie Messungen nach emittierten Strahlungen oder nach elektromagnetischen Feldern. Man misst, was man misst und die Grundhaltung vor dem „designen“ einer Versuchsanordnung bestimmt mit, welches Ergebnis man bekommt. Jeder Wissenschaftler braucht „die richtige Nase“, wenn er nach etwas sucht und Beweise dafür oder dagegen finden will.

Hat die Physik vielleicht bisher diese Nase noch nicht gehabt?

Doch nicht nur die „Nase“ genügt. Es bedarf eines hohen Aufwandes, vielleicht spezielles Personal und teure Apparate, die vielleicht richtigen Versuche zu machen. Wer gibt das Geld? Mit welcher Rendite? Lohnt eine Suche nach dem „Geheimnis der potenzierten Arznei“? Dann die Frage, woher man die Arznei, die man untersuchen möchte tatsächlich nimmt. Und ob sie tatsächlich mit der Arznei übereinstimmt, die im Handel und damit im Gebrauch ist.

Ich frage mich immer, wenn ich einem Patienten eine homöopathische Arznei empfehle, ob da tatsächlich das drin ist, was drin sein soll. In der vorgeschriebenen Weise hergestellt? Hahnemann war es Wurst – und mir auch – ob jemand beim Potenzieren singt oder lächelt, ob er vorher geflucht hat oder selbst an Psoriasis leidet. Seine Lehre hat mit so etwas nichts zu tun. Keine Zauberei oder Hexerei im guten oder bösen.

Es darf eben nur keine „Fälschung“ sein. Und die sind so leicht zu machen. Einfach Kügelchen oder verdünnten Alkohol in ein Fläschchen, nachgemachtes Etikett darauf und das dann mit hundert- oder tausendfachem Gewinn verkauft. Klar kann der Patient über die Placebowirkung, seine positive Erwartungshaltung Wirkung verspüren. Das kennt man ja aus der „schulmedizinischen Pharmakologie“. Er kann auch nichts verspüren. Lag es dann am falschen Mittel oder am gefälschten Mittel? Oder wirkt das Ganze wirklich nicht?

Ich habe in meiner langjährigen Praxis den Eindruck gewinnen können, dass im Vergleich zur nicht therapierten oder anders therapierten Krankheit viel öfter, als man das von einem Placebo erwarten würde, ein positiver, nennen wir ihn Heilungserfolg, eintrat. Nicht in Form eines Wunders, bei dem plötzlich alles gut ist und wie in gesunden Tagen, sondern dergestalt, dass erreicht wurde, was man von der jeweiligen Erkrankung, ihrem Stand, den Bedingungen beim Patienten, realistisch erhoffen konnte. Statistisch ist das nicht zu erfassen.

Wenn die „schulmedizinische“ Forschung Therapien, Arzneien testet und die Ergebnisse statistisch auswertet, dann nur danach, was jemand Fiktives, ein statistischer Patient, erreichen konnte. Aber zu erfassen, was der jeweilige Patient nach dem, was vorher bei ihm vor lag (Krankheit mit allen Besonderheiten und Umständen, Begleit- und Vorerkrankungen) individuell erreichen könnte und was er erreicht hat, dass wird erst gar nicht versucht. Es fehlt bereits an der entsprechend umfangreichen individuellen/individualisierenden Vorerkrankung. Die „Schulmedizin“ misst, was sie misst nach den Ideen, die sie hat und nach den Thesen, die sie bestätigen oder ablehnen will.

So ist es auch in der Forschung nach den Wirkungen der ehrlich hergestellten homöopathischen Arznei.

Sicher bietet für die Wirkweise dieser Arzneien auch der Blick auf Quantenmechanik, irgendwelche Kristallisationsformen von Wasser, oder spirituellen „Messmethoden“ (besser „Empfindungsmethoden“) keine Hilfe. Auch hier braucht man das Gespür für das was man sucht und wie das gehen kann. Gerade bei der Homöopathie, die, bevor man mehr über ihre Wirkungen mit Hilfe der gebündelten (Denk-) Kräfte der Homöopathen im hahnemannschen Sinne weiter kommen konnte, in so viele neue „Unterabteilungen“ aus so vielen Weltanschauungen und spirituellen Theorien zerfleddert wurde, ist das heute immer schwieriger geworden. Jede neue Idee benötigt ihre eigenen Nachweise und Versuche. Manche muss man gar nicht zu prüfen versuchen, auch wenn diese sich gut vermarkten lässt. Da kann jemand die richtige „Nase“ haben, bekommt er nicht die Mittel und/oder wird von anderen „Homöopathierichtungen“, die in der Folge als „Ideenblasen“ geplatzt wären, neidisch oder als wirtschaftlicher Konkurrent behindert.

Mir kann es nicht darum gehen, bei der folgenden Darstellung, den folgenden Erklärungsversuchen, wissenschaftliche Beweise zu bringen. Nur vielleicht eine Richtung für Überlegungen zu bieten, „Nasen“ neue Düfte anzubieten.



Hahnemann hat eine „physiologische“, biologische Krankheitslehre erarbeitet: von Regelkreisen und „gespeicherten“ Regulations-und Anpassungsvorgängen, ererbt oder erworben. Aber greifbar, nicht spirituell. Aus solcher Sicht möchte ich zur Wahl/Wirkung verschiedener Potenzstufen Überlegungen anstellen.

Ich habe dazu ein (vereinfachtes) Schema entworfen und werde es erklären:



Das Beispiel Cortisolwirkung/Bildung, z.B. im Stress.

Cortisol hat viele Wirkungen im/auf den Körper. Im Stress, bei Kampf oder Flucht, soll es unter anderem dafür sorgen, dass der gesteigerte Energiebedarf, während die Situation andauert, gedeckt werden kann, ohne dass man die überlebenswichtigen Reaktionen/Handlungen (Kampf gegen einen Gegner, z.B.) wegen Restaurantbesuch (Hunger) unterbrechen muss. Dazu soll der Körper in die Lage versetzt werden, bei zu erwartenden Verletzungen soviel „Heilreaktion“ wie nötig zu machen und die auf den möglichst kleinsten Bereich beschränkt. Schmerzen, Zweifel am Gelingen der Handlung, kann man da nicht brauchen.

Hier muss komplex „geregelt“ werden. Da hat die Lebenskraft eine übergeordnete „Generalstrategie“ umzusetzen. gekoppelt aus verschiedenen Komponenten. Dieses „Generalprogramm für den Angriffsabwehrablauf“ befindet sich in den Genen. Eine solche „Kochanleitung“ besteht aus vielen „Einzelanweisungen“: wer geht wo einkaufen, was wird gekauft, wie werden die Zutaten vorbereitet, welche Hilfsmittel, welche Werkzeuge sind nötig, woher nimmt man diese und z.B. die Batterien dafür usw. Was wird in welcher Reihenfolge in welche Schüssel getan usw.

Im Gehirn befindet sich ein kleines Gebiet, der Hypothalamus. Er ist ein Glied im Regelgefüge. Er bekommt den Auftrag bestimmte Teilbereiche des ganz komplexen Geschehens zu „leiten“. Auf einer ganzen Reihe von Genen, in verschiedenen „Handbüchern“ sind für die einzelnen Schritte Anweisungen enthalten. Die aufeinander abgestimmt werden müssen. Man braucht die richtigen Bücher in der richtigen Menge.

Das Signal: es ist Stress aus einem bestimmten Grunde, tu nun was, lass eine Kaskade und ein Gefüge von Handlungen ablaufen. Hier ist der Hypothalamus wie ein General. Er delegiert Aufgaben an die Untergliederungen seines Heeres. Die wissen dann, was sie zu tun haben und setzen wiederum ihre Untergliederungen ein.

Wenn ich an dieser Stelle eingreifen möchte, muss ich auf den General einwirken, der auf der Klaviatur der vielen „Handbücher“ spielt. Es ist einer. An einem Orte. Es genügt ein gezielter Befehlsbrief um eine Reihe von Folgen loszutreten. Wenn man den Hypothalamus betreffend dieses Geschehens ansprechen will, genügt ganz wenig Arzneistoff für ganz wenige Zellen, der aber zum General, dem Gen/den Genen kommen muss – in der Tiefe des Zellkerns, im Geknäul der Chromosomen. Das ist nicht zu schaffen, wenn das „Wirkmolekül“ nicht „beweglich“ genug ist. Wenn es an anderen Kollegen haftet (kommt in der Natur üblicherweise so vor). Es muss von Kollegen separiert werden. Das ist der Chemie und Physik nicht fremd. Eben durch den von Hahnemann beschriebenen Prozess des „Zerteilens“ durch Potenzieren soll das erreicht werden.


Die Zubereitungsstufe der Arznei, die dorthin den Weg finden kann, ist die Hochpotenz. In der Form von Globuli gegeben, die nur noch ganz wenige „Einzelmoleküle“ der Arzneisubstanz enthalten.

Ein Arzneiausgangsstoff organischen Ursprungs, Pflanze oder Tier, stellt keine Einzelsubstanz dar. Immer ein Gemisch in typischer Konstellation, ganz vieler Einzelstoffe: Vitamine, Kohlehydrate usw., z.B ein Blatt besteht aus vielen Zellen mit typischen „Inhaltsstoffen“ in typischen Mengen und Formen. Die potenzierte Arznei bildet in gewisser Weise dieses Gemisch ab. Wichtig ist, dass die Zubereitung nach festen Regeln stattfindet.


Diese Stoffe kommen in den Zellkern, finden im Chromosomenknäuel die Gene, zu denen sie passen. Wirken dort hemmend oder aktivierend und tragen so bei, welches „Handbuch“ wann und wie benutzt wird. Wie die zehn Finger auf der Klaviertastatur, die die Harmonien oder Einzeltöne erzeugen. Anderes Arzneiausgangsstoff(gemisch), andere Musik.

Mit wenig „Molekülmengen“ in ganz wenigen Zellen (Hypothalamus) wird eine „Aktion“ in Gang gesetzt. Von dieser habe ich nur zwei Wege herausgenommen: Den Weg zu anderen Hirnzentren, die die Handlungen steuern und beim Thema Cortisol den Hormonweg, der zur Hypohyse führt.

Die zuständigen Zellen im Hypothalamus bilden kleine Mengen (es sind ja nur wenige Zellen) von Signalstoffen (Hormonen). Hier das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH).

Es ist sozusagen das Befehlspapier, das an die nächste Untereinheit „Hormone“ geht. Und es wurde geschrieben aus den Geninformtionen

Damit es nicht im riesigen Körper „verschwindet“, wird es in eine Vene gegeben, die direkt in die Hypophyse (Vorderlappen) führt. Man nennt solche Venen, die in ein Organ führen wie bei der Leber „Pfortader“. Kurzer gezielter Weg ohne „Materialverlust“.

In der Hypophyse ist ein deutlich größeres Areal, viel mehr Zellen, als im Hypothalamus für die weitere Arbeit zuständig. Die mit „geballter Kraft“ mehr Hormone produzieren können, als es im Hypothalamus möglich ist.

Auch hier läuft ein Regulationsgefüge ab. Jedoch schon viel spezifischer auf einen Aufgabenbereich gerichtet. Corticotropin, anderer Name Adreno-Corticotropes-Hormon (ACTH), wird hier gebildet. Aus einem großen Vorläufermolekül (Pro-opio-melano-cortin) werden mehrere Hormone „herausgespalten“. Eines davon (Melanozytenstimmulierendes Hormon MSH) wird übers Blut in die Haut verteilt. Dort wirkt es unter anderem auf die Hautbräunung. Personen mit brauner Haut machen einen aktiveren (aggressiveren) Eindruck.

Es entstehen (Vorläufer) Endomorphine. Stoffe, die im Gehirn z.B. bewirken, dass es keine Durstempfinden oder Hunger gibt, welche beim Kampf hinderlich wären (Restaurantbesuch nicht nötig). Die Schmerzen egal sein lassen und das Gefühl der Unbesiegbarkeit, Erfolgszuversicht machen. Sie wirken zusammen mit Noradrenalin, welches im Hirn Handlungen steuern soll.

Beim Weg zum Cortisol wird dieses ACTH gebildet, dass (Transport über das Blut) auf die Nebennierenrinde wirkt und dort (wieder mehr Zellen zur Verfügung als in der Hypophyse) Cortisol für den ganzen Körper bilden lässt.

In der Hypophyse wäre gezielt auf diese Produktionen einzuwirken, wenn nicht die Gene, sondern die über diese angesteuerten „Hormonproduktionsstätten“ angesprochen würden. Gene deswegen nicht, weil ja jede Zelle die gleichen Gene enthält und es nicht sinnvoll ist, diesen „Oberst“ mit der gleichen Informationsfülle zu versorgen, wie zuvor den General.

Nun müssen sich die Arzneimoleküle nicht mehr durch engste Wege ins Zentrum der Chromosomen wühlen. Die Zielorte, die in Ihrer Zahl größer sind als die wenigen einzelnen Gene, liegen weiter außen, sind leichter, auch von größeren Molekülverbänden zu erreichen. Mittlere Potenzen, als wenige Tropfen gegeben mit sehr viel mehr Arzneiteilchen darinnen, als im einem Kügelchen. Vielleicht 10 Milliarden mal mehr?

Angekommen in der Nebenierenrinde wirkt das ACTH auf viele Zellen ein, die dann in einem speziellen Produktionsablauf Cortisol bilden. Dieser lässt sich mit vielen Molekülen „grober Häufung“ ansteuern und gezielt beeinflussen. Niedrige Potenzen.

Das Cortisol wirkt in vielen verschiedenen Zellen. Hier seien nur drei Arten herausgegriffen: In den Fettzellen wird Speicherfett mobilisiert und gelangt zur Leber, dort lässt Cortisol daraus Glucose herstellen. Diese dient dann den arbeitenden Zellen als Energie. Im Gewebe wirkt Cortisol auf Verletzungsgebiete. Hier dämpft es in Gang gekommene Entzündungen, begrenzt ihre Ausbreitung auf das notwendige Maß, „besänftigt“ aktivierte Abwehrzellen. Es hält so die vorher durch Adrenalin (über Nervensignale des Gehirns zum Nebennierenmark ausgeschüttet) angestoßene Abwehrzelltätigkeit in den nur notwendigen Grenzen.

Auch hier wären Eingriffe in diese speziellen Abläufe möglich, mit Urtinkturen oder niederen Potenzen.

Das nur als eine ganz grobe Idee zur Potenzwahl.

Wird fortgesetzt


Copyright K.-U.Pagel 04.2015














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