Montag, 28. März 2016

Mikrozirkulation – alles am rechten Ort zur rechten Zeit - Vorwort

Mikrozirkulation – alles am rechten Ort zur rechten Zeit 

Vorwort


Nach einer Schreibpause möchte ich eine neue Themenreihe angehen, mit der „Mikrozirkulation“ im Zentrum. Das ist das Prinzip, nach dem die einzelnen Zellen auf kleinem Raum in den Geweben über die winzigen Haargefäße (Kapillaren) ver- und vor allem entsorgt werden.

Daraus leitet sich viel ab an Verständnis zu Zellstoffwechsel, Funktion von Blut und Blutzellen, Entzündung (Reparatur und Erhalt von überlasteten Zellen) und Entartung (Wachsen und Wuchern außerhalb der Regeln des Organismus), Ernährung, Säuren-Basen Regulation u.v.a.m.

Über allem steht der Leitsatz: „Ein Organismus ist kein Reagenzglas“.

Im Zuge der Evolution des Lebens haben sich Zellen immer wieder an veränderte Lebensbedingungen anpassen müssen. Von den Umgebungsgegebenheiten wie Klima oder (Meer-)Wasserbeschaffenheit, kosmischen Einstrahlungen (elektomagnetischen Wellen, wie Sonnenwinde), anderes „Nahrungsangebot“ (Mangel, Beschaffenheitsänderung usw.), u.v.a.m.

Viele Zellen sind dabei zugrunde gegangen, manche Lebewesen ausgestorben, andere, die dem Neuen besser angepasst waren, haben sich weiter vermehrt. Die zu all den Anpassungsreaktionen notwendigen „Programme“ haben sich neu entwickelt (Mutationen) und wurden in den Genen zur künftigen Verwendung „aufgeschrieben“, alte, derzeit nicht mehr nötige, wurden darin „archiviert“ und stehen bei Bedarf wieder zur Verfügung, auch wenn ihr Gebrauch erst wieder geübt werden muss.

Für ein und dieselbe biologische Funktion stehen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung. Darunter derzeit bevorzugte, weil scheinbar effektivere, aber auch, wenn (oft individuelle für den einzelnen Organismus) mögliche Ersatzfunktionen, wenn die effektiveren wegen entsprechend eingeschränkten Bedingungen nicht (hinreichend) einsetzbar sind.

So kann jemand, der keine Beine hat, sich dennoch fortbewegen, indem er das weniger effektive Programm des „auf Händen gehen“ einsetzt. Ohne Arme bleibt ihm das Schlängeln wie ein Wurm.

Natürlich hat das Folgen. Die Arme müssen stärker werden. Sie passen sich mit ihrer Kraft, vielleicht auch Beweglichkeit, den neuen Anforderungen an. Aber auch mit den Folgen einer stärkeren Abnutzung der Schulter- und Handgelenke.

Egal: Die Natur, die Biologie, findet aus der Fülle von genetisch aufgeschriebenen Handlungsanweisungen meist eine, die trotz ungünstiger Bedingungen das Überleben ermöglicht.

Schon diese Abstimmungsmöglichkeiten der Reaktionen eines Organismus auf die gegebenen Bedingungen muss deutlich machen, dass er kein Reagenzglas ist, in das man einfach etwas hineinschüttet und irgend etwas Gewünschtes entsteht.

Alles in der Biologie, in der biologischen Chemie, steht unter Regelungen, die auf verschieden gleichzeitig bestehenden Bedingungen aufbauen müssen. Das macht die Individualität der Organismen, ja jeder Zelle, aus. Man hat es immer „mit einer Gleichung mit mehreren bis vielen Variablen“ zu tun.

Man bemerkt das ohne jeden Zweifel schon bei den Arzneitherapien: Ein und dasselbe Arzneimittel hat nicht bei jedem die gleiche Wirkung. Beim einen wirkt sie nicht, beim anderen scheinbar hervorragend, beim anderen gerade mal so. Auch wenn man anhand von Statistiken eine bestimmte Wirkung ableiten will. Eine Statistik hat kein Gesicht, sie setzt sich aus einer Fülle von einzelnen individuellen Ergebnissen zusammen, die irgendwie entindividualisierend mathematisch verknüpft wurden.

Gerade in einem Organismus, der aus vielen Zellen besteht, vielleicht auch unterschiedlicher Art und Funktion, wird kaum jemals eine Zelle gerade das Selbe oder das Gleiche tun, wie eine andere. Das wäre zu Bedenken bei Apparaturen, die Zellfunktionen – oder die Mirkrozirkulation – beeinflussen sollen. Wenn sie an der einen Stelle, der einen Zellen; vielleicht das Richtige tun, ist das an einer anderen vielleicht grundfalsch. Ebenso die Arzneien, die man über den Körper zuführt. Sie müssen zum einen so hoch dosiert werden, dass sie nach Verdünnung im Raum des Organismus noch an der Stelle, wo sie wirken sollen, hinreicht konzentriert sind. Zum anderen kann nicht verhindert werden, dass sie dort, wo sie gar nicht gebraucht werden, dennoch Abläufe beeinflussen.

Nur der Organismus kann mit seinen Mitteln genau dort, wo etwas beeinflusst werden soll, das mit kleinsten Mitteln/Mengen punktgenau tun. Eine zentrale Rolle dabei spielen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), spezialisierte Zellen mit konkretem Arbeitsort.

Diese Zellen werde ich in kommendem Text darstellen.

Dazu müssen diese an den rechten Ort in rechter Menge gebracht werden, ob hin zur Zelle oder weg aus dem Organismus mittels der Ausscheidungsorgane. Immer spielt dabei eine Rolle, dass diese in der winzigen Dimension der Zellen dort auf kleinstem Raumwirksam werden können. Wie das bewirkt wird (Mikrozirkulation) erklären später Ausführungen.

Keine Tüte Basenpulver in Wasser verdünnt geschluckt kann das bewirken, was ein einzelnes rotes Blutkörperchen im Bereich der Zellen schafft.

Halten wir uns vor Augen: Es geht um Dimensionen im Bereich von hundertstel und tausendstel Millimetern. Es geht um kleine Blutröhren (Kapillaren), die gerade mal den Durchmessen haben, der Dicke eines roten Blutkörperchens. Durch die ein solches Körperchen sich quasi durchquetschen muss.

Die uralte (überholte) Idee aufgeben, dass man Blut als homogene, gleichförmige Flüssigkeit betrachten kann, ist nicht anwednbar. Allein die unterschiedlichen Blutkörperchen („feste Blutbestandteile“) haben unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten in unterschiedlichen dicken Blutrohren (Arterien, Venen usw.) gegenüber dem „flüssigen Anteil“ des Blutes, dem Blutplasma. Das wiederum aus Wasser besteht mit mehr oder minder gut darin gelösten anderen Teilen. Schon diese Zusammensetzung (die darin befindlichen Teile) des Plasma ändert sich in der Umgebung der tätigen roten Blutkörperchen entsprechend deren Tätigkeit.

Auch darauf wird einzugehen sein: Komplexe Vorgänge, deren nachvollziehbare Schilderung einige (Schreib-)Zeit in Anspruch nehmen wird.

Copyright Klaus-Uwe Pagel, 03 2016

Kommentare:

  1. Über dieses Thema würde ich mich gern mal mit Ihnen unterhalten.

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  2. Gerne, doch vielleicht bieten die weiteren Beiträge bereits für manches Antworten bzw. neue Denkanstöße. Zumindest könnte das die Unterhaltungsbasis verbreitern. Für Medizinprodukte - und Gesundheitsberater vermag das dann vielleicht neue Aspekte eröffnen?

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