Donnerstag, 7. April 2016

Mikrozirkulation – wohin führt das Thema - Einschub


Was mich bei/zu diesem Thema bewegt und wozu das noch führen kann

Ich habe in den 70 ern des letzten Jahrhunderts in Mainz Medizin studiert und , wie ich glaube, dabei auch in der Physiologie hervorragenden Unterricht genossen. Betreffend Mikrozirkulation und der Bedeutung des Sauerstoffs (als Gas gelöst) im Blut wurde hier Grundlagenarbeit geleistet.

Ich war später, als ich schon als Heilpraktiker arbeitete und angehende Heilpraktiker unterrichtete, recht überrascht, von Prof. Zander aus dem Mainzer Physiologischen Institut zu hören, was Sauerstoffgas im Blut Positives für die Mikrozirkulation kann, aber das heftige Dementi hörte, dass das aber nicht für die Sauerstoff-Mehrschritttherapie gelten soll. Ich werden auch auf diese in einem späteren Beitrag eingehen.

Ein Video aus der Verletzungsforschung über verändertes Blutflussverhalten bei Verbrennungen als ein Grund für Nierenschäden bei der Verbrennungskrankheit zeigt in vivo das Fließverhalten von Blut/Erythrozyten in der Rückenmarkshaut eines (entsprechend verletzten) Kaninchens. Klingt grausig, doch sah man damals keine andere Möglichkeit, Vorgänge, die für das Therapieren bei Brandverletzten wichtig sein könnten, zu erforschen.

Da sah man das veränderte Fließverhalten der Erythtrozyten in den Venolen nach dem Kapillargebiet, welches man als Sludge-Phänomen bezeichnet.

Das hatte mich angeregt, in meinen Unterrichten für angehende Heilpraktiker – neben dem Betrachten von mikroskopischen Gewebspräparaten – auch mal das Fließverhalten des Blutes zu beobachten. Ein Kollege, der die Unterrichte in Irisdiagnose und BFD hielt, stellte sein Irismikroskop zur Verfügung. Damit konnten wir, Lernende wie Lehrende, an den Gefäßen der Bindehaut den Blutörperchen beim Fließen zusehen. In den kleinen Arteriolen und Venolen und auch in den Kapillaren.

Die Lernenden konnten sehen, dass Kapillaren nicht mit Blutzellen angefüllt waren, sondern nur vereinzelt rote Blutkörperchen aus der zuführenden (terminalen) Arteriole in diese eingelassen wurden. In den Kapillaren waren Blutkörperchen rar, weiße gab es, außer bei Entzündungen, bei denen sich die Blutzellen stauten, so gut wie nie darinnen. Man konnte erkennen, dass der Hämatokrit (Anteil des Zellvolumens am Gesamtblutvolumen) in den Kapillaren weit geringer war, als in den zuführenden und abführenden Gefäßen. Welche durch „Umgehungsgefäße“ direkt miteinander verbunden waren und über die die Blutzellen, die nicht in die Kapillaren durften, abgeleitet wurden. Das war beeindruckend.

Ich hatte das Glück, dass einer meiner Patienten bei der Firma Abbott arbeitete, welche sich auch mit Anästhesie und allem was dazu gehörte, beschäftigte. Diese Firma begleitet lange weltweite Kongresse zum Thema Mikrozirkulation, Sauerstoff u.ä. Sie kaufte die Kongressberichte, die die jeweiligen Forschungsarbeiten vorstellten und gab sie an ausgewählte Ärzte als Fortbildungspräsente weiter. Ich hatte das Glück, über „meinen Kanal“ daran zu kommen.

Gegen das Jahr 2000 stellte die Firma Intersan zur Untermauerung der Forschung zu Gingko Videos zur Verfügung, auch meine Schule durfte diese verwenden, in denen mikroskopische Aufnahmen zur normalen und gestörten Mikrozirkulation gezeigt wurden.

Für mich war/ist es überraschend, dass ich Ergebnisse, die für Gingko beschrieben wurden, nun im werbenden Zusammenhang mit einer recht teuren Apparatur (BEMER) als dessen Wirkung wiederzuerkennen glaube. Doch mit anderen Erklärungen?
In meiner Praxis, zusammen mit einer Kollegin, kam in bestimmten Erkrankungsfällen/bei bestimmten Patienten der inhalierte Sauerstoff in einer vielleicht der Sauerstoff-Mehrschritttherapie ähnlichen Form zum Einsatz. Zielsetzung: Beeinflussung der Mikrozirkulation bei chronischen Erkrankungen. Einer unserer Marker war das LDL-Cholesterin, bei dem wir Effekte sahen, die auch den Einsatz und die Wiederholung dieser (nicht kurativen, nur symptomatisch palliativen) Therapie bestimmten.

Welche spannenden Aspekte tauchen bei diesem Themenbereich noch auf?

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