Montag, 11. Juli 2016

Mikrozirkulation – nicht in allen Organen gleich

Mikrozirkulation – nicht in allen Organen gleich


Was ich bisher zur Vasomotion, den terminalen Arteriolen und den Kapillaren schrieb, ist ein Grundmodell, das sich als reflektorisch-selbstregulierendes System vor allem in Haut und Schleimhaut findet, in Fascien und Bindegewebshüllen von Organen und in ruhender Muskulatur.

Anatomisch setzt das voraus, dass es Umgehungsgefäße um Gewebsgebiete gibt, die von den Arteriolen zu den abgehenden Venolen am Kapillargebiet vorbei da Blut leiten kann; die Blutzellen leiten kann, welche nicht im Gewebe gerade benötigt werden.

Doch in Organen wie Leber, Nieren, Lungen, Herz, Hirn spielen zusätzliche eigene, die Organaufgabe steuernden Faktoren eine Rolle. Wenn man auch z.B. in den Bindehäuten des Auges die beschriebenen Mikrozirkulationsabläufe beobachten kann, ist daraus kein Rückschluss darauf möglich, was zu der Zeit in den genannten Organen geschieht.

Schon der Aufbau des arteriolären – kapillären – venösen Gefäßgeflechts ist unterschiedlich.

Entsprechend werden „Blutverteilungsmechanismen“ z.B. in der Niere (Bayliss-Effekt) und der Lungen (Euler-Liljestand-Mechanismus) eigenständig beschrieben. Das Geschehen im Herzmuskel bedarf auch der eigenen Betrachtung.

Auch Gase im Blut (Stickstoff, Sauerstoff) können die Kontraktionsfähigkeit/-bereitschaft der beteiligten Arteriolen beeinflussen. Zahl der Blutkörperchen und ihre Funktion ebenso (oft eine zu beobachtende „Verschlechterung“ (Stau) der kapillären Durchblutung bei (Folge von) chronischen Krankheiten verschiedener Art.

Nach einer Pause werde ich auf diese Faktoren näher eingehen – auch die Sauerstoffmehrschrittherapie und Cholesterin erwähnen.

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